Eine Familie. Eine Leidenschaft.
Fünf Generationen Kärntner Nudeltradition

Die Geschichte der Finkensteiner Teigwaren ist untrennbar mit der Familie Gregori verbunden. Seit 1882 widmen wir uns mit Hingabe der Herstellung feinster Pasta – und damit einem Stück österreichischer Esskultur. Was mit dem Mut und der Vision eines jungen Mannes begann, wird heute in fünfter Generation fortgeführt.

Giuseppe Gregori - ein Pionier mit Vision

Giuseppe Gregori, der Ururgroßvater der heutigen Inhaberin Katharina Gregori, wurde in Riva am Gardasee geboren. Schon früh zeigte sich sein Unternehmergeist: Als Ziegenhirte verdiente er sein erstes Geld, handelte er mit Käse und Wein.

Mit zehn Kindern und einer großen Portion Tatendrang gründete er 1882 in Bozen die erste Teigwarenfabrik auf österreichischem Boden – und legte damit den Grundstein für die heute älteste Nudelfabrik Österreichs. (Wenn die Überlieferung stimmt, befindet sich an dieser Stelle heute das Stadtkino Bozen.)

Mit seinem Gespür für Qualität, Handwerk und Marktbedürfnisse legte Giuseppe den Grundstein für eine Erfolgsgeschichte, die bis heute fortgeschrieben wird.

Umzug nach Kärnten

Mit dem wachsenden Erfolg wurde die Fabrik in Bozen bald zu klein. Ein neues Gelände musste her – eines mit ausreichend Platz und einer Energiequelle für die Maschinen.
So begab sich die Familie Gregori auf die Suche nach einem neuen Standort – und fand ihn in Kärnten.

Im Jahr 1907 unterschrieb Giuseppes Sohn Rudolf den Kaufvertrag für ein altes Hammerwerk in Finkenstein am Faaker See, das über ein eigenes Wasserkraftwerk verfügte. Zwei Jahre später, 1909, nahm die Produktion an diesem Standort ihren Betrieb auf – genau dort, wo auch heute noch Finkensteiner Teigwaren hergestellt werden.

Der Umzug der Teigwarenfabrik nach Kärnten fällt auch in eine Zeit großer Infrastrukturprojekte wie dem Tauern- und Karawankentunnel - Symbole des Aufbruchs in eine neue industrielle Zeit.

Finkensteiner war Teil dieses Fortschritts, der den Betrieb in den folgenden Jahrzehnten kontinuierlich wachsen ließ. Zu Spitzenzeiten beschäftigte die Familie Gregori bis zu 67 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und war ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. Ein eigens eingesetzter Nachtwächter wachte außerdem über die Motoren und Maschinen - Zeugnis dafür, wie wertvoll und arbeitsintensiv die Nudelproduktion damals war.

Innovation mit Herz und Hausverstand - Die 1930er Jahre

Die Kreativität und Leidenschaft für Innovation lag der Familie schon immer im Blut. 1935 entwickelte Rudolf Gregori ein kreatives und einzigartiges Verpackungssystem, das Kinderherzen höher schlagen ließ:
Aus den unterschiedlich großen Nudelschachteln konnten ganze Städte und Burgen gebaut werden – mit Rathaus, Uhrturm und Häusern in verschiedenen Größen.
Diese „Baukasten-Schachteln“ wurden schnell zu beliebten Sammelobjekten und machten Finkensteiner weit über Kärnten hinaus bekannt.

Zeiten des Wandels - Nachkriegsjahre und Neubeginn

Die Nachkriegszeit brachte schwierige Jahre. Aufträge blieben aus, Rohstoffe waren knapp. Briefe und Korrespondenzen aus dieser Zeit zeugen von der Entschlossenheit der Familie, die Produktion aufrechtzuerhalten und Arbeitsplätze zu sichern.

Mit großem Einsatz und Zusammenhalt gelang es, das Unternehmen durch diese herausfordernde Phase zu führen – und mit Fleiß, Leidenschaft und dem Glauben an das Produkt die Grundlage für den erneuten Aufschwung zu schaffen.

Generationenwechsel und Modernisierung

Über die Jahrzehnte wurde der Betrieb stets in Familienhand geführt. Im Laufe der Zeit wurde die Produktion modernisiert - neue Maschinen hielten Einzug, doch die Werte blieben die gleichen:
Qualität, Regionalität und Handarbeit.

Auch als Sigrid Gregori 1995 die Leitung von ihrem Ehemann Lenz übernahm und die Modernisierung der Produktion weiter vorantrieb.

2006 eröffnet Schwester Ulrike Fleissner das beliebte Marktcafé mit Direktverkauf, mittlerweile seit 20 Jahren ein Treffpunkt für Finkensteiner-Fans aus nah und fern.

Heute - Kärntner Nudelvielfalt in 5. Generation

Zum 130-jährigen Jubiläum im Jahr 2012 bereitete Sigrid Gregori die Übergabe an ihre Tochter vor.

Katharina Gregori führt das Familienunternehmen seit der vollständigen Übernahme 2013 in fünfter Generation und mit ihren neun engagierten Mitarbeitern das Erbe ihres Ururgroßvaters fort - mit neuen Ideen und modernen Produktionsmethoden, aber derselben Leidenschaft wie vor über einem Jahrhundert.